Im Rahmen der Sauberhaften Landschaft 2019 hatten sich am Samstag, den 6. April, im Verbandsgebiet des Müllabfuhrzweckverbandes zahlreiche Teilnehmer aus Vereinen, Verbänden, Gruppen, sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger bei ihren Gemeinden angemeldet, um diverse Regionen von Müll und Unrat zu befreien. Der MZV war in diesem Rahmen in verschiedenen Gemeinden präsent, um die fleißigen Müllsammler zu unterstützen und über die Aktionen zu berichten. Die genannten Gruppen seien im Folgenden beispielhaft beschrieben:

Dautphetal-Holzhausen
Eine erste Station war dabei Dautphetal-Holzhausen: Bei diesigem, zu Beginn noch nasskaltem Wetter haben sich die freiwilligen Helfer auf dem Festplatz eingefunden, um die von Ortsvorsteher Hans Joachim Kramer auf einlaminierten Karten eingetragenen Bereiche zu reinigen. Bereits in der laufenden Woche hatten die örtliche Schule und die Konfirmanden gesammelt, sodass der vom MZV bereitgestellte Container schon einmal geleert werden musste. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt war die Gruppe in Holzhausen auf die doppelte Größe der erwarteten Teilnehmer angewachsen. Den Großteil der rund 50 Sammler stellte dabei die Freie evangelische Gemeinde Holzhausen. So wurde hier z. B. der biblische Unterricht der 12 Jugendlichen mit der Müllsammelaktion verknüpft.
Der MZV stattete alle weiteren Teilnehmer mit Handschuhen und Greifzangen aus und schon bald darauf brachen die Gruppen in unterschiedliche Himmelsrichtungen auf. Als der Betreiber der ortsansässigen Tennisanlage das Engagement der Sammler beobachtet, stellt er diesen spontan eine Getränkekiste an die Straße: „Vielen Dank für die tolle Aktion, bedient euch gerne.“ Schon zu diesem frühen Zeitpunkt ist den Beteiligten in Holzhausen klar: Der Container wird sicherlich noch einmal voll werden.

Gruppenbild der Holzhausener Sammler

Die motivierten Teilnehmer in Holzhausen werden kurz vor dem Start noch einmal eingestimmt

Lohra
In Lohra traf sich u.a. eine Gruppe Müllsammler am Bürgerhaus, um von dort die neuralgischen Punkte im Ort anzugehen. Unter den Sammlern auch Werner Waßmuth, Verbandsversammlungsvorsitzender des MZV, der schon bei diversen Reinigungsaktionen mitgewirkt hat. Nach Aussage der Ortsvorsteherin Elfriede Köhler, ebenfalls vor Ort, habe man mittlerweile die bekannten Brennpunkte im Ort gut im Griff. Man sammle hier ja nicht nur zur Sauberhaften Landschaft, sondern jährlich. Eine Folge ist, dass man an diesen vormals kritischen Orten heute weitaus weniger Zeit zum Reinigen benötigt, als noch vor ein paar Jahren. Skeptisch betrachte man derzeit jedoch das gesamte Areal um den ortsansässigen Supermarkt. Hier finden sich allerlei Verpackungen und Unrat, die der Wind in die abgrenzenden Hecken und Gräben weht.

Gruppenbild der Lohraer Sammler

Die Gruppe in Lohra hat die neuralgischen Orte im Griff

Damm
Auf dem weiteren Weg trifft man immer wieder auf in der Landschaft verstreute Sammler. Immer mit dabei: die markanten blauen Müllsäcke, die, teilweise schon gut gefüllt, die Straßenränder zieren. In Damm nimmt sich eine kleine Gruppe dem Flüsschen Mühlgraben an, aus dem bereits in der Vergangenheit immer wieder kuriose Fundstücke gefischt wurden. Hier bestätigt die Gruppe, ähnlich wie in Lohra, so nach und nach eine gewisse Routine in den Reinigungsablauf gebracht zu haben, was auch dem Flüsschen zugute kommt. Damit man die blauen Säcke nicht alle selbst tragen muss, unterstützt hier ein Traktor die Umweltschützer. Die Sammler in Damm konnten bei ihrer Aktion innerhalb von zwei Stunden ganze Anhänger voll Unrat sammeln, darunter alte Autobatterien und andere umweltgefährdende Dinge. Im Anschluss honorierte der Dorfverein „Dammer Spatzen“ die Leistung, indem er die fleißigen Helfer mit Würstchen und Getränken stärkte.

Die Müllsammler stehen vor einem Traktor mit Müllsäcken

Ein Traktor unterstützt die Sammler in Damm

Besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle die beachtliche Teilnehmerzahl im Vergleich zur Einwohnerzahl des kleinen Örtchens: Von den rund 250 Einwohnern beteiligten sich bei der Aktion 24 Müllsammler, daraus resultiert eine Beteiligung von rund 10% – eine tolle Leistung!

Erwachsene und Kinder aus Lohra stehen neben einem Traktor

Große und kleine Helfer packten ebenfalls in Damm mit an

Fronhausen
Zwischen Hassenhausen und Erbenhausen treffen wir auf Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel, die, ebenfalls aktive Umweltschützerin, mit der gesamten Familie an der Sauberhaften Landschaft teilnimmt. In dem gerade zu reinigenden Gebiet ist man hier auf eine unschöne Überraschung vergangener Tage gestoßen: Innerhalb einer Böschung fand man eine Stelle, an der vor Jahren eine große Menge Müll beseitigt wurde. Neben diversen Autoteilen, Kleidungsstücken und Blech-Anbauteilen finden sich hier auch geleerte Formaldehyd-Flaschen, deren Deckel fehlen und hier und da von Wildtieren angeknabbert wurden.

Leere Formaldehyd-Flschen auf grüner Wiese

Manche Hinterlassenschaften machen einfach nur sprachlos

Die Teilnehmer stehen vor einem illegal entsorgten Müllhaufen

Mit diesem Fund hatte keiner gerechnet – hier nur ein kleiner Teil des illegalen Mülls

„Ein erschreckender Fund“, wie es die Bürgermeisterin treffend bezeichnet. „Solche Stellen machen einem immer wieder deutlich, dass Aktionen wie diese wichtig und auch notwendig sind.“ Immer wieder fördert die Gruppe neue Fundstücke zutage und der gesammelte Haufen ist mittlerweile so groß geworden, dass die Bürgermeisterin den Bereich abfotografiert und dem Bauhof der Gemeinde meldet. Denn mit einem solchen Fund hatte hier keiner gerechnet.

Gruppenbild der Sammler in Fronhausen

Die Familie der Bürgermeisterin war ebenfalls mit vollem Einsatz dabei